Zimmerdecken
Die Wortherkunft der Decke ergibt sich aus dem Umstand, dass dieses Bauteil für die Abdeckung einzelner Räume oder eines ganzen Hauses zuständig ist. Eine Decke muss höchsten Anforderungen bezüglich der Stabilität genügen, da sie sehr hohen und ständigen Belastungen ausgesetzt ist. Hauptaufgabe der Decke ist es, die auftretenden Lasten zu möglichst gleichen Teilen an die tragenden bzw. stützenden Bauelemente wie Wände oder Stützen an den Seiten abzuleiten. Daher werden Decken im Wohnungsbau heutzutage fast ausschließlich aus Beton oder Stahlbeton gegossen. Im Industriebau können auch Stahl oder Aluminium als Baustoff zum Einsatz kommen. Dabei gilt der Grundsatz, dass eine Decke umso stabiler bzw. dicker sein, muss je weiter ihre Spannweite ist.
Da eine Decke nicht nur statische, sondern auch noch eine Vielzahl weitere Funktionen wie z.B. Emissionsschutz oder Wärmedämmung übernehmen soll, wird die Betondecke beidseitig bearbeitet.
Die obere Seite einer Decke ist zugleich der Fußboden der darüberliegenden Räume und Etagen. Hier wird ein Fußbodenbelag angebracht, der die Schallemissionen nach unten vermindert. Natürlich hat ein Bodenbelag noch viele weitere Funktionen, im Zusammenhang mit der Decke beschränkt sich dessen Aufgabe jedoch auf die Trittschalldämmung.
Da eine Betondecke wenig ansehnlich ist, erfolgt auf der Unterseite eine Verkleidung, meist aus Holz. Dabei wird das Holz nicht direkt am Beton angebracht. Zwischen Beton- und Holzdecke verbleibt ein Zwischenraum, der mit isolierendem Material, z.B. Glaswolle oder einem anderem Isoliermaterial, ausgefüllt wird. Dadurch werden eine sehr gute Wärmedämmung und ein zusätzlicher Schallschutz erreicht.
Während das Aufhängen einer Zimmerdecke mit etwas handwerklichem Geschick relativ problemlos möglich ist, sind beim Abhängen einer Decke einige grundlegenden Dinge zu beachten. Da es sich bei einer Holzdecke um ein Bauteil handelt, das in der Regel über mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte genutzt werden kann, ist beim Entfernen der Decke mit erheblichen Verschmutzungen zu rechnen. Im Lauf der Zeit sammeln sich in den Zwischenräumen Verschmutzungen und Staubpartikel aller Art, so dass sich die Verwendung eines Mundschutzes zum persönlichen Schutz durchaus empfiehlt. Darüber hinaus sollte der betroffene Raum vollständig ausgeräumt und die Wände abgehängt werden.
Die Entsorgung der Holzdecke und des ebenfalls entfernten Isoliermaterials stellt ein weiteres Problemfeld dar. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass zumindest das Isoliermaterial als Rest- oder Sondermüll deklariert werden muss, unter Umständen aber auch das Holz.
Sowohl bei Wohn- als auch bei Industriebauten sind Decken in aller Regel horizontal. Im Gegensatz dazu gibt es allerdings auch Kuppeldecken, die vor allem in Kathedralen oder Kirchen zu finden sind und von höchster Baukunst zeugen. Daher können Decken mit gutem Recht auch als Kunstwerke angesehen werden, die in diesen Fällen aufwändige Vertäfelungen aus verschiedensten Materialen aufweisen.