Massiv- oder Fertigmöbel?
Das Angebot an Möbeln ist heute sehr vielfältig und hat sich im Laufe der Zeit entsprechend der Wünsche und Bedürfnisse der Verbraucher immer weiter entwickelt. Der Wahl der richtigen Möbel kommt bei der Einrichtung einer Wohnung oder gar eines ganzen Hauses eine entscheidende Bedeutung zu. Neben anderen, eher weniger auffälligen Elementen der häuslichen Einrichtung, wird der optische Gesamteindruck einer Wohnung in erster Linie von den Möbeln beeinflusst. Da der Kauf von Möbeln in größeren Mengen, wie er speziell bei der Einrichtung einer ganzen Wohnung unumgänglich ist, eine sehr kostspielige Angelegenheit werden kann, stellt sich oftmals die Frage, ob die Möbel in konventioneller Massiv- oder Fertigbauweise gekauft werden sollen. Neben dem finanziellen Aspekt sollten dabei allerdings noch einige weitere Punkte berücksichtigt werden.
Möbel in Fertigbauweise sind in der Regel wesentlich günstiger als Massivholzmöbel, haben jedoch mitunter einige Nachteile in der Langlebigkeit. Aufgrund der Tatsache, dass gerade im Bereich der Fertigmöbel in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung stattgefunden hat und immer noch stattfindet, nähert sich die Qualität dieser Möbel immer weiter an die der Massivholzmöbel an. Heimwerker mit einem Mindestmaß an handwerklichem Geschick sollten also ohne Weiteres in der Lage sein, Fertigmöbel in Einzelteilen zu kaufen und dann am endgültigen Bestimmungsort in Eigenregie zu montieren. Genau mit diesem Umstand ist ein weiterer Vorteil der Fertigmöbel verbunden. Während Möbel in Massivbauweise häufig nur mit dem Möbelwagen transportiert und mehr oder weniger als komplette Einheit an den Bestimmungsort geschleppt werden müssen, passen Fertigmöbel in jeden Pkw mit einem etwas größeren Kofferraum.
Massivmöbel hingegen haben nicht nur Vorteile in der Langlebigkeit, sondern auch in der allgemeinen Stabilität, die sich aus eben dieser Bauweise fast schon logischerweise ergibt. Außerdem sind Möbel in Massivbauweise in der Regel resistenter gegen Schläge oder Stöße, d.h. es bleiben weniger Macken bzw. Kratzer zurück.
Aus den oben genannten Gründen sollte also immer abgewogen werden, welche Bauweise im Einzelfall die meisten Vorteile bietet. In Kinderzimmern bieten sich Massivmöbel beispielsweise eher an als Fertigmöbel, da die Möbel dort als Teil der Einrichtung besonderen Belastungen ausgesetzt sind, durch die Möbel in Fertigbauweise leicht beschädigt werden können.
Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts kannte man im Übrigen ausschließlich Holzmöbel, die in Massivbauweise hergestellt wurde. Die Möbelbranche wurde dann ab den 1950er-Jahren durch einen aufstrebenden und in Schweden gegründeten Möbeldiscounter revolutioniert. Der von Ingvar Kamprad gegründete Möbelmarkt war weltweit der erste Anbieter, der sich auf die Fertigbauweise spezialisierte.
Als kurze Anekdote, wie es zur Gründung des heutigen Marktführers der Möbelbranche kam: Ingvar Kamprad kaufte einen Tisch und musste beim Einladen in sein Auto feststellen, dass der Tisch nicht in den Kofferraum passte. Schuld daran waren die Tischbeine, die Kamprad dann kurzerhand absägte, so dass die Tischplatte und –beine dann doch Platz im Auto fanden. Als geschickter Heimwerker montierte Kamprad den Tisch zu Hause wieder zusammen und schon war die Idee des Fertigmöbels geboren.