Laminatboden
Laminat ist ein Holzwerkstoff, der in der heutigen Innenarchitektur in verschiedenster Art und Weise zur Anwendung kommt. Das bekannteste und wohl häufigste Beispiel hierfür ist der Laminatboden, der sich in fast allen Wohnräumen als sehr zweckmäßig erwiesen hat. Aufgrund der Eigenschaften des Laminats, kann es darüber hinaus aber auch zur Versiegelung von Küchenarbeitsplatten oder beim Bau bzw. der Renovierung von Treppen zum Einsatz kommen. Laminat ist ein duroplastischer Kunststoff, der beim Verpressen mehrerer Schichten entsteht und mit einer HDF- oder Spanplatte verklebt wird. Laminate können je nach Verwendungszweck in unterschiedlichen Dicken hergestellt werden. Beim Laminatboden beträgt die Dicke mindestens 6 mm, meistens jedoch noch etwas mehr.
Bei der schützenden Schicht des Laminatbodens handelt es sich eigentlich nicht um Holz, sondern viel mehr um eine Schicht aus Melaminharz, in die ein Dekorpapier eingebracht ist. Die Trägerschicht aus Holzfasern und die Harzschicht werden dann bei etwa 170 °C und unter hohem Druck verpresst. So entsteht eine Oberfläche, die natürlichem Holz in der Konsistenz und der Optik sehr nahe kommt. Dieser Beschichtung verdankt der Laminatboden seine Eigenschaften, aufgrund derer er verlegt wird. Gegenüber dem Teppichboden besitzt der Laminatboden einige Vorteile und ist inzwischen mehr als eine nur preisgünstige Alternative. Durch ständige Weiterentwicklung des Laminatbodens konnte die Qualität in den letzten Jahren deutlich gesteigert werden.
Die Oberfläche des Laminatbodens ist absolut dicht und schützt so die tragende HDF- bzw. Spanplatte vor äußeren Einwirkungen. Darüber hinaus hält Laminat auch ständiger Hitze- und/oder Lichteinwirkung stand, ohne zu verblassen oder sonstige Qualitätsnachteile zu erleiden. Schließlich ist der Laminatboden unempfindlich gegenüber Schlageinwirkungen und insgesamt ein sehr pflegeleichter Bodenbelag, da er sich problemlos reinigen lässt. Die Oberflächenstruktur wird auch von chemischen Reinigungsmitteln nicht angegriffen und hält auch der Abnutzung durch Tritte sehr lange stand. Zur Trittschalisolierung muss unter dem Laminatboden auf jeden Fall eine separate Dämmschicht verlegt werden. Aus hygienischen Gründen sollte ein Laminatboden keinesfalls auf einem Teppichboden verlegt werden, auch wenn dies theoretisch möglich wäre.
Natürlich ist auch ein Laminatboden nicht gleich Laminatboden. Es gibt zum Teil erhebliche Qualitätsunterschiede, die vor dem Kauf bzw. Verlegen des Laminatbodens zu berücksichtigen sind. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die wesentlichen Qualitätsmerkmale eines Laminatbodens bekannt sind.
Zunächst kommt natürlich der Stärke des Materials eine entscheidende Bedeutung zu. Die Mindestdicke beträgt beim Laminatboden 6 mm, wobei sich solche Böden nur in Räumen eigenen, die wenig belastet werden. In regelmäßig genutzten Wohnräumen sollte der Laminatboden eher 7 mm oder dicker sein, insbesondere wenn der Boden schwerere Möbel zu tragen hat. Weitere Qualitätsmerkmale sind die Nutzungsklasse und die Strukturoberfläche. Die Nutzungsklasse gibt Auskunft über die Standfestigkeit der Oberfläche. Daher sollten in stärker belasteten Wohnräumen, speziell im Flur, höhere Nutzungsklassen verlegt werden. Für die private Nutzung stehen die Nutzungsklassen NK 21 – 23 zur Verfügung, gewerblich genutzte Laminatböden weisen NK 31 – 33 auf. Laminatböden, die als DLF+ eingestuft werden, halten auch extremster Belastung stand, wie sie z.B. in öffentlichen Einrichtungen vorzufinden ist. Die Strukturoberfläche dient dazu, die Konsistenz und das Aussehen des Laminatbodens möglichst nah an die Eigenschaften eines authentischen Holzbodens heranzuführen.
Die Fugen des Laminatbodens bilden das letzte Qualitätsmerkmal. Bei optischen Fugen werden an den Rändern der einzelnen Paneele hellere Farbtöne verwendet. Die V-Fuge hingegen macht diesen Mehraufwand bei der Herstellung überflüssig, da durch spezielle Einschnitte an den Paneelrändern beim Verlegen echte Fugen entstehen.