Gardinen
Bei der Gardine handelt es sich um einen Fenstervorhang, der gleich drei wichtige Funktionen erfüllen soll. Eine Gardine stellt im Rahmen der Innenarchitektur ein dekoratives Element dar, mit dem ein Raum optisch ansehnlicher gestaltet werden soll. Außerdem soll eine Gardine das möglichst blickdicht sein, um die Hausbewohner vor unerwünschten und allzu neugierigen Blicken von außen zu schützen. Darüber hinaus schützt die Gardine einen Raum auch vor Emissionen wie z.B. Sonnenlicht, Wärme, Zugluft, Staub und Lärm. In welchem Umfang Gardinen die letztgenannten Schutzfunktionen erfüllen können, hängt in erster Linie von ihrer Beschaffenheit bzw. Dichte ab. Es gibt auch transparente Gardinen, die die vorgenannten Funktionen nur teilweise erfüllen. Solche Gardinen werden Store genannt.
Heutige Gardinen werden vor allem aus natürlichen Stoffen wie Baumwolle, Seide und Leinen hergestellt. Daneben kommen aber auch immer mehr künstliche Materialien zum Einsatz, da diese eine sehr dekorative Eigenschaft besitzen und darüber hinaus auch noch sehr langlebig sind. Während in den 1970er- und 80er-Jahren die gehäkelte Gardine sehr verbreitet war, sind solche Exemplare heutzutage kaum noch zu finden. Der Grundstoff der meisten Gardinen wird mittlerweile gewebt und mit dekorativen Elementen versehen. Diese Elemente können aufgedruckt, aufgestickt oder eingelochten werden.
Eine Gardine wird entweder an einer Gardinenstange oder an einer Gardinenschiene fixiert. Die Gardine wird durch Ringe an der Gardinenstange, die in der Regel aus Holz oder Metall ist, befestigt, wobei diese Ringe aus demselben Material oder aus einem anderen Material sein können, das über gute Gleiteigenschaften verfügt. Sofern die Gardine an einer Gardinenschiene aufgehängt wird, geschieht dies mit T-Stiften, die in der Schiene einrasten und somit das Auf- und Zuziehen des Gardinenvorhangs problemlos ermöglichen sollen. Zu den neueren Errungenschaften der Textilbranche zählt der Paneelschlitten, an dem die Gardine per Klettverschluss befestigt ist. Diese Technik bietet den Vorteil, dass die Gardine ebenfalls über sehr gute Gleiteigenschaften verfügt und darüber hinaus besser vor Beschädigung geschützt ist. Sobald ein bestimmtes Zuggewicht überschritten wird, bei dem die Gefahr bestünde, dass die Gardine reißt, löst sich der Klettverschluss, so dass der Gardinenstoff selbst keinen Schaden nimmt.
In bestimmten Zimmern, beispielsweise in öffentlichen Gebäuden, müssen Gardinen die Brandschutzbestimmungen der DIN 4102 B1 erfüllen. Die DIN 4102 B1 schreibt vor, dass solche Gardinen aus schwer entflammbaren Stoffen gefertigt sein müssen, um eine schnelle Ausbreitung des Feuers im Brandfall zu unterbinden. Diese Brandschutzbestimmungen müssen z.B. in Hotelzimmern oder Restaurants berücksichtigt werden.
Gardinen sind schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Damals wurden Gardinen jedoch noch nicht als Fenstervorhang, sondern als Bettvorhang genutzt, insbesondere in den oberen Gesellschaftsschichten. Die Nutzung als dekorativer Fensterschutz entwickelte sich erst in den folgenden Jahrhunderten.
Vorhängen, Jalousien und weitere Ideen für Ihr Interieur - Heimtex-Ideen.de