Fertighäuser
Als Fertighäuser werden Haustypen bezeichnet, die industriell vorgefertigt und dann in Einzelteilen an die jeweilige Baustelle geliefert werden, wo das Haus dann binnen kürzester Zeit nach und nach aufgebaut wird. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich das Fertighaus inzwischen auch auf dem deutschsprachigen Raum etabliert und ermöglicht immer mehr Menschen die Realisierung des Traums von den eigenen vier Wänden. Die Probleme bei der Markteinführung bestanden in hauptsächlich darin, dass die ersten Fertighäuser rein optisch nicht unbedingt schön anzusehen waren. Der Markt hat sich diesbezüglich insbesondere in den letzten 10 – 15 Jahren sehr positiv entwickelt, so dass es dem Laien oft schwer fällt ein Fertighaus auf den ersten Blick von einem in konventioneller Bauweise errichteten Haus zu unterscheiden.
Der eigentliche Bau eines Fertighauses geht zwar innerhalb von wenigen Wochen, heutzutage manchmal sogar Tagen, vonstatten, erfordert dafür jedoch im Vorfeld eine sorgfältige Planung seitens des Bauherrn. Zunächst müssen ein Anbieter, der das Haus bauen soll, sowie ein genauer Haustyp. Hierzu stehen in der Regel Kataloge bereit, die die einzelnen Bauabschnitte und Hauselemente detailliert beschreiben. Im Idealfall lässt sich der Bauherr ein Musterhaus benennen, um eine Besichtigung vornehmen zu können. Hierbei ist zu bedenken, dass nachträgliche Änderungen zwar grundsätzlich möglich sind, dafür aber im Vergleich zum Massivhaus sehr kostspielig werden können.
Sofern es das Budget des Bauherrn zulässt, kann auch ein Architekt eigener Wahl beauftragt werden, der das Bauvorhaben beratend begleitet und überwacht. Ein Fertighaus lässt durchaus einen gewissen Spielraum für individuelle Wünsche, bei deren Ausgestaltung und Einbringung ein Architekt ebenfalls wertvolle Dienste erweisen kann.
Bevor die einzelnen Bauelemente in die Produktion gehen, findet eine sogenannte Bemusterung statt, an der Vertreter der Baufirma, der Bauherr und ein eventuell beauftragter Architekt teilnehmen. Die Bemusterung dient dazu, die genaue Ausführung des Hauses zu bestimmen. Der Bauherr legt die gewünschte Farbe, die Außen- und Innengestaltung, Position der Türen und Fenster und weitere Dinge fest. Anschließend folgt die Vorbereitung des Baugrundstücks, bei der die Baugrube ausgehoben wird und ein Keller ausgegossen wird, sofern dies gewünscht wird. Ansonsten wird lediglich eine Sohlplatte eingelassen, die dann das Fundament bildet.
Bei der Bauausführung bieten die Anbieter in der Regel drei verschiedene Ausbaustufen an, die dem Bauherrn weitere Einsparungen bringen können. Die einfachste Ausführungsart wird vom Bausatzhaus repräsentiert. Hierbei liefert die Baufirma lediglich die Einzelteile, die dann vom Bauherrn in Eigenregie montiert werden. Diese Ausführung bietet sich insbesondere dann an, wenn der Bauherr selbst handwerklich geschickt ist und darüber hinaus noch über einen hilfsbereiten und handwerklich ebenfalls versierten Bekanntenkreis verfügt. Sobald der Bau einmal in Angriff genommen wurde, sollte eine zeitnahe Fertigstellung gewährleistet werden können, um das Hausinnere vor Witterungseinflüssen zu schützen.
Das sogenannte Ausbauhaus lässt dagegen einen etwas flexibleren Zeitplan zu, da die Baufirma die Außenhaut, sprich alle Wände einschließlich des Daches fix und fertig montiert. Hier wird lediglich der Innenausbau, also das Verlegen elektrischer Leitungen, des Fußbodens usw., vom Bauherrn übernommen bzw. organisiert. Einige Firmen bieten Ausbauhäuser in verschiedenen Stufen an, so dass der Bauherr in seiner Entscheidung völlig frei ist, welche Bauabschnitte er selbst ausführt und bis zu welchem Grad die beauftragte Firma tätig werden soll.
Beim schlüsselfertigen Haus entscheidet sich der Bauherr für die bequemste, aber auch teuerste Variante. Hier wird der Hausaufbau inklusive des Innenausbaus komplett von der Baufirma übernommen, so dass der Bauherr selbst in keiner Weise tätig werden muss.